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EIL BULLDOG VERSAND Christian Lauer
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Du suchst einen Traktor, der auch unter Dauerlast nicht schlapp macht? Einen, der schwere Anbaugeräte ohne Murren bewegt und auf größeren Höfen nicht zur Flasche wird? Dann ist der IHC 733 genau das Modell, das du dir genauer ansehen solltest. Als stärkstes Modell der Serie II war er zwischen 1976 und 1985 die erste Wahl für Betriebe, die mehr als nur Standardarbeit erledigen mussten. Heute ist er als Arbeitstraktor und Sammlerstück gleichermaßen gefragt — allerdings zu Preisen und mit Schwachstellen, die du kennen solltest, bevor du unterschreibst.

Warum der IHC 733 das Spitzenmodell war

Der IHC 733 markierte die obere Grenze dessen, was die Serie II technisch leisten konnte. Mit 75 PS aus dem bewährten D-239 Vierzylinder-Dieselmotor (3,9 Liter Hubraum, direkte Einspritzung) war er deutlich stärker als der 633 mit seinen 63 PS. Das klingt nach wenig Unterschied auf dem Papier, aber in der Praxis machte sich das bei schweren Bodenbearbeitungsgeräten, Ladewagen oder Ballenpresse deutlich bemerkbar.

Die Hubkraft am Dreipunkt lag bei rund 3.500 kg — genug, um auch schwerere Pflüge oder Grubber sauber zu führen. Viele 733er wurden ab Werk mit dem Kriechganggetriebe ausgeliefert, das zusätzlich zum normalen 8+4-Schaltschema nochmals acht extrem langsame Gänge bereitstellte. Das war Gold wert bei Arbeiten wie Rübenverladen, Miststreuer oder Hackfruchtlegemaschinen, wo es auf Zentimeter-genaue Geschwindigkeit ankam.

Technisch basierte der 733 auf der gleichen Plattform wie die kleineren Geschwister 433, 533 und 633. Wer tiefer in die gemeinsame Architektur einsteigen will, findet im kompletten IHC-Ratgeber 433/533/633/733 alle Details zu Motor, Getriebe und Hydraulik. Der 733 unterschied sich hauptsächlich durch stärkere Motorabstimmung, verstärkte Vorderachse und oft bessere Ausstattung — Allradantrieb war häufig verbaut, ebenso Komfortkabinen mit Heizung.

Wer den IHC 733 wollte — und warum

Der 733 war kein Traktor für den kleinen Nebenerwerbshof. Er wurde gekauft von Betrieben, die schwere Dauerbelastung brauchten: größere Ackerbaubetriebe ab 40 Hektar, Lohnunternehmer für Transportarbeiten, Kommunen für Winterdienst und Straßenbau. Wer einen 733 auf den Hof stellte, wollte Leistung — und war bereit, dafür mehr zu zahlen als für einen 633.

In der Praxis hieß das: Der 733 zog schwerere Pflüge tiefer, bewegte größere Ladewagen schneller, hob schwerere Frontlader-Lasten. Die höhere Motorleistung sorgte dafür, dass der Traktor auch bei Steigungen oder schwerem Boden nicht ständig zurückgeschaltet werden musste. Das sparte Zeit und Nerven — zwei Dinge, die auf größeren Betrieben Geld wert waren.

Heute suchen viele Restaurierer und Sammler gezielt nach dem 733, weil er als Statussymbol der Serie II gilt. Er ist seltener als der 633, optisch oft besser ausgestattet (Doppelhydraulik, Frontkraftheber, Komfortkabine) und technisch das Maximum dessen, was IHC in dieser Klasse anbot. Wer einen 733 besitzt, zeigt: Hier wurde nicht am falschen Ende gespart.

Bauzahlen und Verfügbarkeit

Der IHC 733 wurde in deutlich geringeren Stückzahlen gebaut als der 633. Genaue Zahlen gibt IHC nicht offiziell heraus, aber Schätzungen gehen von etwa einem Drittel der 633-Produktion aus. Das macht ihn heute seltener auf dem Gebrauchtmarkt — und entsprechend teurer, wenn ein gut erhaltenes Exemplar auftaucht.

Die meisten 733er wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft. In Skandinavien und Benelux waren sie weniger verbreitet, weil dort oft die größeren Modelle der 44er-Serie (844, 1046) bevorzugt wurden. Wer heute einen 733 sucht, sollte sich auf längere Suche und höhere Preise einstellen als bei den kleineren Modellen.

Marktpreise 2026: Was kostet ein IHC 733 heute?

Die Preisspanne für den IHC 733 ist breit — und hängt stark davon ab, ob du einen Arbeitstraktor oder ein Sammlerstück suchst. Hier die aktuelle Marktlage Anfang 2026:

Mein Tipp: Wenn du den 733 wirklich arbeiten lassen willst, kauf keinen Restaurierten. Ein gepflegter Gebrauchter für 10.000–13.000 Euro ist die bessere Wahl — du kannst ihn nutzen, ohne ständig Angst vor Kratzern zu haben. Für Paraden und Oldtimertreffen lohnt sich der Aufpreis für Sammlerzustand, aber dann solltest du ihn auch nicht mehr für schwere Feldarbeit einsetzen.

Typische Schwachstellen beim IHC 733

Der IHC 733 wurde häufig unter Hochlast gefahren — und das hinterlässt Spuren. Wer einen gebrauchten 733 kauft, sollte diese Schwachstellen genau prüfen:

Vorderachse und Lenkung

Die Vorderachse des 733 war zwar verstärkt gegenüber den kleineren Modellen, aber bei Traktoren mit Allradantrieb und häufigem Frontlader-Einsatz sind Verschleißerscheinungen häufig. Achte auf Spiel in den Achsschenkeln, ausgeschlagene Spurstangenköpfe und Risse im Achskörper. Wenn die Lenkung schwammig ist oder der Traktor beim Fahren unruhig wird, liegt oft Verschleiß in der Vorderachse vor.

Reparaturen sind möglich, aber aufwendig. Das Werkstatthandbuch IHC 433/533/633/733 Fahrgestell hilft dir bei der Diagnose und zeigt, welche Teile wie getauscht werden. Plane für eine komplette Vorderachsen-Überholung 1.500–3.000 Euro ein, je nachdem, wie viel du selbst machst.

Hydraulikleitungen und Steuerventile

Die Hydraulik des 733 war leistungsfähig, aber auch komplex — besonders bei Traktoren mit Doppelhydraulik und Frontkraftheber. Nach 40+ Jahren sind viele Leitungen porös, Dichtungen hart, Steuerventile verschlissen. Achtung bei Traktoren, die lange im Freien standen: Feuchtigkeit dringt in die Ventilblöcke ein und führt zu Korrosion.

In der Praxis merkst du das an langsamen Hubbewegungen, nachlaufenden Zylindern oder Öllecks an den Steuerblöcken. Eine Komplett-Überholung der Hydraulik kann schnell 2.000–4.000 Euro kosten, wenn du sie machen lässt. Selbermachen spart Geld, braucht aber Zeit und das richtige Werkstatthandbuch.

Auspuffkrümmer und Turbolader

Der D-239 Motor im 733 ist robust, aber der Auspuffkrümmer neigt zu Rissen — besonders bei Traktoren, die häufig unter Volllast liefen. Wenn der Motor laut ist oder Abgase am Krümmer austreten, ist ein Riss wahrscheinlich. Ersatzkrümmer sind verfügbar, aber nicht billig (300–600 Euro).

Einige 733er wurden ab Werk mit Turbolader ausgeliefert, um die Leistung auf über 80 PS zu steigern. Diese Modelle sind heute besonders gesucht, aber der Turbo ist oft verschlissen. Prüfe auf Ölverlust am Turbogehäuse und achte auf ungewöhnliche Geräusche beim Beschleunigen. Ein neuer Turbo kostet 800–1.500 Euro, gebrauchte sind Glückssache.

Getriebe und Kupplung

Das Kriechganggetriebe des 733 ist mechanisch aufwendig — und bei hohen Betriebsstunden anfällig für Verschleiß. Häufigste Probleme: schwergängige Schaltvorgänge, springende Gänge, Ölverlust an der Getriebeunterseite. Wenn das Getriebe beim Schalten knackt oder die Gänge nicht sauber einrasten, ist Verschleiß wahrscheinlich.

Die Kupplung ist bei Traktoren mit Frontlader oder häufigem Anhängerbetrieb oft am Ende. Prüfe, ob die Kupplung schleift, ob der Traktor beim Anfahren ruckelt oder ob Gänge schwer einzulegen sind. Eine neue Kupplung kostet 400–800 Euro, der Ausbau ist Tagesarbeit — das Getriebe muss raus.

Restaurations-Aufwand: Lohnt sich das?

Die Frage, ob sich eine Restauration des IHC 733 lohnt, hängt stark vom Ausgangszustand und deinem Ziel ab. Wenn du einen Traktor für 7.000 Euro kaufst, der technisch läuft, aber optisch durch ist, kannst du ihn für weitere 5.000–8.000 Euro in einen guten Gebrauchszustand bringen: Lack auffrischen, Hydraulik überholen, Reifen erneuern. Das ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn du den Traktor selbst nutzen willst.

Eine Vollrestauration mit Motorüberholung, Neulackierung, Kabinenerneuerung und kompletter Technik-Revision kostet schnell 15.000–25.000 Euro — je nachdem, wie viel du selbst machst. Addierst du das zum Kaufpreis, landest du bei 22.000–32.000 Euro Gesamtkosten. Das ist mehr, als ein restaurierter 733 am Markt bringt. Wirtschaftlich lohnt sich das nicht.

Aber: Wenn du den 733 als Herzensprojekt siehst, als Erinnerung an die Jugend oder als Parade-Traktor für Oldtimertreffen, spielt Wirtschaftlichkeit keine Rolle. Dann geht es um Leidenschaft, nicht um Rendite. Mein Tipp: Kauf dann lieber ein besseres Ausgangsmodell für 12.000–14.000 Euro und investiere gezielt in die Bereiche, die dir wichtig sind (Lack, Kabine, Originalität). Das spart Zeit und Frust.

Sammlerwert vs. Arbeitstraktor: Wofür du dich entscheiden solltest

Der IHC 733 steht an einer interessanten Schnittstelle: Er ist selten genug, um als Sammlerstück zu gelten, aber robust genug, um noch echte Arbeit zu leisten. Die Frage ist: Was willst du wirklich?

Wenn du einen Arbeitstraktor suchst, der auf dem Hof hilft, Holz rückt oder bei Erntearbeiten unterstützt, kauf einen gepflegten Gebrauchten für 9.000–12.000 Euro. Achte auf technischen Zustand, nicht auf Lack. Ein paar Dellen und Rostflecken sind egal, solange Motor, Getriebe und Hydraulik funktionieren. Du sparst Geld und kannst den Traktor ohne schlechtes Gewissen nutzen.

Wenn du einen Sammlerwert aufbauen willst, such gezielt nach Traktoren mit niedriger Betriebsstundenzahl (unter 5.000 h), Originalausstattung und dokumentierter Historie. Zahle den Aufpreis für guten Zustand — das spart dir später Restaurationskosten. Solche Traktoren halten ihren Wert besser und sind auf Oldtimertreffen die Hingucker.

Achtung bei Mischformen: Ein halb restaurierter 733, der dann doch noch arbeiten soll, ist oft das Schlechteste aus beiden Welten. Entweder du ziehst die Restauration durch und stellst ihn in die Scheune, oder du nutzt ihn als Arbeitstraktor und akzeptierst Gebrauchsspuren. Beides gleichzeitig funktioniert selten.

Fazit: Der IHC 733 für dich?

Der IHC 733 ist das Spitzenmodell der Serie II — stärker, seltener, begehrter als seine kleineren Geschwister. Wenn du einen Traktor suchst, der auch schwere Arbeit nicht scheut und dabei noch Sammlerwert hat, ist der 733 eine gute Wahl. Aber er ist kein Schnäppchen: Preise ab 7.000 Euro aufwärts, typische Schwachstellen durch Hochlastnutzung, Restaurations-Aufwand oft höher als erwartet.

Mein Rat: Kauf den besten 733, den du dir leisten kannst. Ein gepflegter Gebrauchter für 12.000 Euro ist besser als ein billiger Bastellfall für 6.000 Euro plus 10.000 Euro Reparaturkosten. Und wenn du tiefer in die Technik einsteigen willst — das richtige Werkstatthandbuch spart dir Geld und Nerven. Der 733 ist ein großartiger Traktor, aber nur, wenn du weißt, worauf du dich einlässt.

🔧 Zum IHC 733 passende Literatur: Ersatzteilliste IHC 433/533/633/733 – Original-Teilenummern für die Ersatzteilbeschaffung.

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