Die Hanomag R-Baureihe steht für eine Ära des deutschen Traktorenbaus, die von 1949 bis 1962 reichte und die Wirtschaftswunder-Jahre auf dem Acker maßgeblich prägte. Vom 12-PS-„Ackermoped" R 12 bis zum 50-PS-Großschlepper R 442 Robust deckt die Reihe nahezu jede Betriebsgröße ab.
Wer heute eine Hanomag R restaurieren oder im Arbeitseinsatz erhalten will, braucht zwei Dinge: präzise originalgetreue Unterlagen und eine verlässliche Quelle für Ersatzteile. Diese Übersichts-Seite bündelt beides — eine vollständige Modellübersicht mit Bauzeiten, Motoren und Leistungsdaten, dazu für jedes Modell die im Shop verfügbaren Werkstatthandbücher, Betriebsanleitungen und Ersatzteilkataloge.
📚 Alle Hanomag-R-Literatur: [zum Sortiment]
❓ Welches Werk brauche ich? [Entscheidungshilfe]
Welche Modelle gehören zur Hanomag R-Baureihe?
Hanomag teilte die R-Baureihe historisch in zwei Phasen: die klassischen Rundhauber der Jahre 1949 bis 1957 und die Combitrac-Modernisierung ab 1957 mit dreistelligen Modellnummern (R 217, R 324, R 435, R 442). Beide Phasen nutzen weitgehend dieselbe Motorentechnik – die Hanomag-Vorkammer-Diesel der D-14-, D-21- und D-28-Reihe – kombiniert mit Karosserien, die den jeweiligen Zeitgeschmack abbildeten.
Die Modellnummer entspricht in der Regel der Nennleistung in PS: R 12 = 12 PS, R 22 = 22 PS, R 45 = 45 PS. Bei den dreistelligen Combitrac-Modellen bezeichnet die erste Ziffer die Zylinderzahl (R 2-17 = 2-Zylinder mit 17 PS), die folgenden Stellen die Leistung. Diese Logik hilft bei der schnellen Modell-Identifikation auf alten Typenschildern oder in Fahrzeug-Briefen.
Klassik R-Serie (1949–1957)
| Modell | Bauzeit | Motor | Hubraum | Leistung | Zyl. |
|---|---|---|---|---|---|
| R 12 / R 12 KB | 1953–1957 | D 611 Einzylinder-Zweitakt | 511 cm³ | 12 PS | 1 |
| R 16 (A/B) | 1951–1957 | D 14 S Vorkammer-Diesel | 1.399 cm³ | 16 PS | 2 |
| R 18 | 1955–1956 | D 621 Zweitakt | k.A. | 17 PS | 2 |
| R 19 | 1953–1957 | Zweizylinder-Viertakt | 1.399 cm³ | 19 PS | 2 |
| R 22 | 1951–1957 | D 21 S Dreizylinder-Vorkammer | 2.099 cm³ | 22 PS | 3 |
| R 24 | 1955–1957 | Zweitakt-Wirbelkammer | 1.014 cm³ | 24 PS | 2 |
| R 25 A/B | 1949–1950 | D 19 Vierzylinder | 1.911 cm³ | 20–25 PS | 4 |
| R 25 C/D | 1950–1951 | D 28 Vierzylinder | 2.799 cm³ | 25 PS | 4 |
| R 27 | 1953–1957 | D 21 (höhere Drehzahl) | 2.099 cm³ | 27 PS | 3 |
| R 28 (A) | 1951–1953 | Vierzylinder-Vorkammer | 2.799 cm³ | 28 PS | 4 |
| R 35 | 1953–1957 | D 28 Vierzylinder | 2.799 cm³ | 35 PS | 4 |
| R 35/45 | 1955–1957 | D 28 mit Roots-Gebläse | 2.799 cm³ | 35 / 45 PS | 4 |
| R 45 (S) | 1951–1957 | D 52 → D 57 | 5.702 cm³ | 45 PS | 4 |
| R 55 | 1950er | Vierzylinder-Diesel | k.A. | 55 PS | 4 |
Combitrac-Familie (1957–1962)
| Modell | Bauzeit | Motor | Hubraum | Leistung | Zyl. |
|---|---|---|---|---|---|
| R 217 (A/B) | 1957–1959 | D 14 Zweizylinder | 1.400 cm³ | 17 PS | 2 |
| R 217 S | 1959–1962 | D 14 (höhere Drehzahl) | 1.400 cm³ | 19 PS | 2 |
| R 324 / R 324 E | 1957–1959 | D 21 Dreizylinder | 2.099 cm³ | 24 / 27 PS | 3 |
| R 324 S | 1959–1962 | D 21 (höhere Drehzahl) | 2.085 cm³ | 27 PS | 3 |
| R 332 Granit | 1960–1961 | D 21 (Drehzahl-Variante) | 2.085 cm³ | 32 PS | 3 |
| R 435 (A/B) | 1957–1960 | D 28 Vierzylinder | 2.799 cm³ | 35 PS | 4 |
| R 435/45 | 1957–1960 | D 28 mit Roots-Gebläse | 2.799 cm³ | 35 / 45 PS | 4 |
| R 442 Brillant | 1960–1962 | D 28 | 2.800 cm³ | 42 PS | 4 |
| R 442 Robust | 1960–1962 | D 28 + Roots-Lader | 2.800 cm³ | 50 PS | 4 |
Quellenhinweis: Daten konsolidiert aus Traktorenlexikon (Wikibooks), Hanomag-Museum.de, tractorbook.de und Vorglüh-IG.de. Bei Hubräumen kann es zwischen den Quellen geringe Abweichungen geben (z. B. R 442: 2.800 vs. 2.799 cm³). Stand 2026-05-06.
Vom Krieg zum Wirtschaftswunder: Wie die R-Baureihe entstand
Hannoversche Maschinenbau AG, kurz Hanomag, begann ihre Schlepperproduktion bereits 1924 — also lange vor der R-Reihe. Doch der Zweite Weltkrieg zerschlug die zivile Produktion fast vollständig. Erst 1949 startete Hanomag mit dem R 25 A wieder eine Neuentwicklung speziell für den landwirtschaftlichen Einsatz: vier Zylinder, Vorkammer-Diesel, 25 PS Nennleistung — und vor allem: bezahlbar für den Wiederaufbau.
Der R 25 markierte den Beginn einer Strategie, die Hanomag in den Folgejahren konsequent durchzog. Statt eine einzige Universal-Maschine anzubieten, baute das Werk in Hannover-Linden eine modulare Produktreihe, die vom Kleinbetrieb bis zum Großhof jede Betriebsgröße bediente. Die Modellnummern wurden dabei zur Hausnummer: PS-Zahl gleich Modellbezeichnung, vom R 12 bis zum R 55.
Technisch dominierten in der Reihe Zwei- und Vierzylinder-Vorkammer-Diesel mit Wassersühlung, in den kleinen Modellen ergänzt um Zweitakter mit Roots-Gebläse für die nötige Spülluft. Der R 12, von Bauern liebevoll „Ackermoped" getauft, wurde mit seinem 511-cm³-Einzylinder fast zu einem Kultsymbol — markant der scharfe, höhenmodulierte Klang, der ihm seinen Spitznamen einbrachte. Der R 24 mit seinem charakteristischen Pfeifgeräusch der Lüfterturbine bekam von Schraubern den Beinamen „Düsenjäger".
Mitte der 1950er-Jahre erweiterte Hanomag die Reihe um eine technische Innovation, die im Markt aufhorchen ließ: das Roots-Gebläse beim Viertakter beim R 35/45. Der Fahrer konnte per Bedienhebel die Aufladung zuschalten und so kurzfristig zusätzliche 10 PS abrufen — ein frühes Beispiel für „Power-Boost" lange vor dem digitalen Zeitalter.
1957 folgte mit der Combitrac-Modernisierung der Wechsel zu rundlicheren Karosserien und dreistelligen Modellnummern. Die Technik der R 16, R 22, R 35 wurde in die Combitrac-Brüder R 217, R 324 und R 435 überführt — gleicher Motor, neues Blechkleid, einheitliches Anbaugeräte-System. Das Combitrac-Konzept erlaubte dem Käufer, beim Schlepperkauf gleich Pflug, Mähwerk oder Frontlader im Hanomag-System mitzubestellen.
1960 entstand mit dem R 442 Brillant und seinem aufgeladenen Schwestermodell R 442 Robust der vorerst letzte Höhepunkt der R-Baureihe. Doch die Konkurrenz aus Köln (Deutz), Ulm (Eicher) und vor allem die expandierende Mercedes-Benz-Mutter zwangen Hanomag in den Folgejahren in die Defensive. 1965 endete die R-Baureihe; ab dann lief die Granit-, Brillant-, Perfekt- und Robust-Linie bis zur Einstellung der gesamten Schlepperproduktion 1974.
Die einzelnen Modelle der R-Klassik im Detail
Hanomag R 12 (& R 12 KB)
Bauzeit: 1953–1957 · Motor: D 611 Einzylinder-Zweitakt-Wirbelkammer · Hubraum: 511 cm³ · Leistung: 12 PS bei 2.200 U/min · Stückzahl: hoch (genaue Zahl variiert je Quelle).
Der R 12 war Hanomags konsequenter Wurf in den Kleinbetriebs-Markt. Mit etwa 800 kg Gewicht, 6 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgängen und einer Höchstgeschwindigkeit von rund 19 km/h passte er auf jeden kleinen Hof. Sein charakteristisches Zweitakt-Geräusch brachte ihm den Spitznamen „Ackermoped" ein. Die Variante R 12 KB ab 1954 brachte konstruktive Verbesserungen am Motor.
Verfügbare Werke im Shop:
- Werkstatthandbuch R 12 (mit C 112) — die Pflicht-Lektüre für Restauration · 52 €
- Betriebsanleitung R 12 / R 12 KB (4. Ausgabe 1956) — Original-Bedienung
- Ersatzteil-Liste R 12 mit Explosionszeichnungen
- Hydraulik-Anleitung R 12 bis R 45 (KD 040) — deckt die ganze R-Reihe ab
Hanomag R 16
Bauzeit: 1951–1957 · Motor: D 14 S Zweizylinder-Viertakt-Vorkammer-Diesel · Hubraum: 1.399 cm³ · Leistung: 16 PS bei 1.600 U/min · Stückzahl: ca. 14.300 (eines der meistgebauten Hanomag-Modelle).
Der R 16 war das Brot-und-Butter-Modell der R-Klassik. Robust, sparsam und mit nur zwei Zylindern wartungsarm — er fand sich auf tausenden mittelgroßen Höfen wieder. Bohrung 90 mm × Hub 110 mm, 5-Gang-Getriebe, Einscheiben-Trockenkupplung als Standard. Er wurde in zwei Versionen angeboten: R 16 A (Allzweck-Auslegung mit Hackfrucht-Spurweite) und R 16 B (Standardausführung).
Verfügbare Werke im Shop:
- Bedienungsanleitung R 16
- Ersatzteilliste R 16 mit Explosionszeichnungen & Teilenummern
- Hydraulik-Anleitung R 16-R 45 III B — modellübergreifend
Hanomag R 18
Bauzeit: 1955–1956 (kurz) · Motor: D 621 Zweizylinder-Zweitakt · Leistung: 17 PS · Variante: ging 1957 in C 218 über.
Der R 18 schloss gezielt die Lücke zwischen R 12 und R 24. Technisch ist er nahe am R 24, jedoch mit niedrigerer Drehzahl und geringerer Leistung — eine kostengünstigere Alternative. Da er nur ein Jahr lang gebaut wurde, sind R-18-Schlepper heute besonders selten.
Verfügbare Werke im Shop:
- Werkstatthandbuch R 18 / R 24 / C 218 / C 220 / C 224 — deckt R 18 und Combitrac C-Familie ab · 52 €
- Ersatzteil-Liste Hanomag R 18
Hanomag R 19
Bauzeit: 1953–1957 · Motor: Zweizylinder-Viertakt-Diesel · Hubraum: 1.399 cm³ · Leistung: 19 PS, 13,9 kW · Stückzahl: 8.489.
Der R 19 ist der drehfreudige Bruder des R 16 — gleicher Hubraum, gezielt höher belastet für mehr Spitzenleistung. 5-Gang-Getriebe Standard, optional 8 Vorwärts + 2 Rückwärts mit Kriechgängen. Maximales Drehmoment 7,6 mkp bei 1.500 U/min. Höchstgeschwindigkeit etwa 19,6 km/h.
Verfügbare Werke im Shop:
Hanomag R 22 & R 27
Bauzeit: R 22 1951–1957 (6.853 Stk.), R 27 1953–1957 (5.962 Stk.) · Motor: D 21 S Dreizylinder-Viertakt-Vorkammer · Hubraum: 2.099 cm³ · Leistung: 22 PS bzw. 27 PS.
Der R 22 ist historisch bedeutsam: Hanomag setzte mit ihm zum ersten Mal einen Dreizylinder im eigenen Programm ein, gummigelagert für ruhigen Lauf — beides Innovationen für die Zeit. Der R 27 ist technisch der gleiche Motor, allerdings mit höherer Nenndrehzahl: durch die Drehzahl-Erhöhung erreicht der gleiche Block 27 statt 22 PS. Dadurch konnte Hanomag den teuren Vierzylinder R 28 bei vielen Käufern überflüssig machen.
Verfügbare Werke im Shop:
Hanomag R 24
Bauzeit: 1955–1957 · Motor: Zweizylinder-Zweitakt-Wirbelkammer · Hubraum: 1.014 cm³ · Leistung: 24 PS · Stückzahl: 3.700.
Der R 24 war Hanomags Antwort auf den Markt-Wunsch nach einem leistungsstärkeren Zweitakter. Er ist mit etwa 1.360–1.440 kg deutlich schwerer als der R 12 und bringt 6 Vorwärtsgänge. Der Spitzname „Düsenjäger" rührt vom auffallenden Pfeifen des vorne montierten Lüfterrades — eine ungewöhnliche Konstruktionswahl, die Hanomag ab dem Nachfolger C 224 (1958) wieder aufgab.
Verfügbare Werke im Shop:
- Werkstatthandbuch R 18-R 24-C 218-C 220-C 224
- Betriebsanleitung R 24 (1955, 90 Seiten)
- Ersatzteil-Liste R 24 (detaillierter Katalog)
Hanomag R 25 / R 28
Bauzeit R 25: 1949–1951 (mit zwei Motor-Generationen) · Bauzeit R 28: 1951–1953 (3.357 Stk., Ablösung R 25).
Der R 25 ist als erster Hanomag-Nachkriegsschlepper historisch der Startpunkt der R-Reihe. Frühe Modelle (1949) hatten einen 1.911-cm³-D-19-Vierzylinder mit 20–25 PS, ab 1950 bekam der R 25 den größeren D 28 mit 2.799 cm³. Der R 28 A löste den R 25 1951 ab und wurde der erste „echte" Hanomag-Vierzylinder mit konstanter 28-PS-Leistung. Mit 1.860 kg ist er deutlich schwerer als die Zweizylinder-Modelle.
Verfügbare Werke im Shop:
- Ersatzteilliste R 28
- (Werkstatthandbücher für R 25 / R 28 spezifisch nicht im Sortiment — empfohlen das R 35-Werk wegen ähnlichem Motor)
Hanomag R 35 & R 35/45
Bauzeit R 35: 1953–1957 · Bauzeit R 35/45: 1955–1957 (640 Stk.) · Motor: D 28 Vierzylinder · Hubraum: 2.799 cm³ · Leistung: 35 PS / 45 PS (Boost).
Beim R 35/45 setzte Hanomag erstmals ein Roots-Gebläse beim Viertakt-Motor ein. Die zusätzlichen 10 PS konnte der Fahrer per Hebel zuschalten — eine Art mechanischer Boost. 5-Gang-Getriebe Standard, optional 10 Vorwärts + 2 Rückwärts. Beim regulären R 35 sind mehrere Varianten dokumentiert: A, B, RC („Row Crop"), S — die genaue Auswahl hing vom Vertriebsgebiet ab.
Verfügbare Werke im Shop:
Hanomag R 45 (S)
Bauzeit: 1951–1957 · Motor: D 52 → später D 57 · Hubraum: 5.702 cm³ · Leistung: 45 PS, 32,9 kW · Eigengewicht: ~3.260 kg.
Der R 45 ist der „Großschlepper" der R-Reihe — vier Zylinder, üppige 5,7 Liter Hubraum (Bohrung 110 mm × Hub 150 mm), und ein Eigengewicht jenseits der 3-Tonnen-Marke. Die Variante R 45 S („Schnellläufer") brachte höhere Endgeschwindigkeit. Häufig im Ackerbau, weniger im klassischen Hofeinsatz. Hanomag baute den D 52/D 57 später auch in Argentinien (Werk Rosario ab 1954) — eine bemerkenswerte Internationalisierung für die Zeit.
Verfügbare Werke im Shop:
- Hydraulik-Anleitung R 12 bis R 45 (KD 040)
- Hydraulik R 16-R 45 III B
- (Werkstatthandbuch und ETK speziell für R 45 derzeit nicht im Sortiment — Bedarf gerne anfragen)
Combitrac: Die zweite Phase der R-Baureihe
1957 stellte Hanomag das Combitrac-Programm vor — ein systemisches Anbaugeräte-Konzept für Pflug, Mähwerk, Frontlader und Anhängevorrichtungen, durchgängig kompatibel über alle Schleppergrößen. Begleitend wurde die Karosserie modernisiert: rundlichere Linien lösten die Rundhauber-Optik der 1950er ab, ohne die Grundtechnik der Motoren wesentlich zu verändern. Die dreistelligen Modellnummern verschlüsseln Zylinder und PS: erste Ziffer = Zylinderzahl, folgende Stellen = Leistung in PS.
Die wichtigsten Combitrac-Schlepper sind:
- R 217 / R 217 S (1957–1962): Zweizylinder-D-14, technisch der modernisierte R 16. Nachfolger R 217 S ab 1959 mit höherer Nenndrehzahl und 19 statt 17 PS — über 15.000 Stück verkauft und damit eines der erfolgreichsten Hanomag-Modelle überhaupt.
- R 324 / R 324 E / R 324 S (1957–1962): Dreizylinder-D-21, technisch der modernisierte R 27. Die S-Variante ab 1959 mit höherer Drehzahl, 27 PS bei 1.850 U/min.
- R 332 Granit (1960–1961): Drehzahl-Variante des R 324 S, durch erneute Drehzahl-Erhöhung auf 32 PS gebracht. Sehr kurze Bauzeit (~1,5 Jahre, ~2.700 Stück) — die Kunden wechselten schnell auf die größere Granit-Familie.
- R 435 / R 435/45 (1957–1960): Vierzylinder-D-28, der modernisierte R 35. Das aufgeladene Schwestermodell R 435/45 erbte das Roots-Gebläse-Konzept des R 35/45.
- R 442 Brillant / R 442 Robust (1960–1962): Großschlepper-Klasse. Brillant mit 42 PS, Robust mit 50 PS dank Roots-Lader. Insgesamt 4.000+ Stück.
Verfügbare Combitrac-Werke im Shop:
- Combitrac C 112 Betriebsanleitung (76 S. DIN A4)
- Combitrac C 218 Betriebsanleitung Tragschlepper
- Combitrac C 220 & C 224 Tragschlepper-BA
- Combitrac R 324 S & R 327 BA (DIN A4, 76 S.)
- Combitrac R 435 BA
- Hydraulik R 217-R 324-R 435 + R 16-R 45 (48 S. A4)
Combitrac-Ersatzteilkataloge:
- Combitrac R 217 Ersatzteilliste (243 S.)
- Combitrac R 324 E & R 324 S Ersatzteile
- R 435 Combitrac Ersatzteilliste (397 Seiten!)
- Combitrac C 218 Ersatzteilliste
- Mähwerk-Ersatzteilliste C 218 / C 220 / C 224
Welches Werk brauche ich für meinen Hanomag R?
Hanomag-Literatur unterscheidet drei Werks-Typen, jeweils mit klar definiertem Einsatzzweck. Wer eine Restauration oder größere Reparatur plant, braucht meistens alle drei — Bedienungsanleitung für die tägliche Nutzung, Werkstatthandbuch für die Reparatur, Ersatzteilliste zum Bestellen. Der folgende Entscheidungsbaum zeigt, was du wann brauchst.
📖 Bedienungsanleitung
Wenn du …
- den Schlepper im Alltag fährst
- Wartungsintervalle einhalten willst
- Hydraulik-Anbaugeräte korrekt bedienen musst
- Schmierpläne brauchst
Im Shop: Original-Reprints zu 30–50 Seiten, modellspezifisch.
🔧 Werkstatthandbuch
Wenn du …
- Motor, Getriebe oder Hinterachse zerlegst
- Einstellwerte für Ventile, Einspritzpumpe, Spurstange brauchst
- Anzugsmomente nach Hersteller-Vorgabe willst
- Schaltpläne für die Elektrik suchst
Im Shop: meist DIN A4, 100–300 Seiten, oft mit mehreren Modellen.
📚 Ersatzteilliste
Wenn du …
- ein Teil identifizieren willst (Originalnummer)
- Explosionszeichnungen für die Montage brauchst
- nach Ersatz suchst (Hanomag-Service, Brander Landtechnik)
- für 3D-Druck eine Vorlage brauchst
Im Shop: meist DIN A4 quer, 100–400 Seiten, vollständig modellspezifisch.
Bei vielen Modellen lohnt sich der Bundle-Kauf aller drei Werks-Typen — durchschnittliche Ersparnis 10–15 € gegenüber Einzelkauf. Beispiele und Bundle-Status auf den jeweiligen Modell-Detailseiten.
Worauf bei der Restauration einer Hanomag R zu achten ist
Hanomag-Schlepper sind als sehr robust bekannt — viele Maschinen aus den 1950ern laufen heute noch. Trotzdem gibt es modellübergreifende Schwachstellen, die bei Kauf und Restauration gezielt zu prüfen sind. Die folgenden Punkte basieren auf Erfahrungswerten der Restaurer-Community und auf wiederkehrenden Themen in den Werkstatthandbüchern. Nicht jeder Punkt trifft auf jedes Modell zu — bei Detail-Kauf hilft der Erfahrungsaustausch in einem Hanomag-Forum.
Motor und Einspritzanlage:
- Vorkammer-Diesel verbrennen mit der Zeit Kammer-Bodenbleche durch — sichtbar an Rauchentwicklung und Leistungsabfall. Reparatur mit dem Werkstatthandbuch dokumentiert.
- Einspritzpumpen-Wechsel ist bei den D-14-, D-21- und D-28-Motoren ein Standard-Eingriff. Einstellwerte stehen im Werkstatthandbuch — bitte vor Demontage notieren.
- Zweitakter (R 12, R 18, R 24): Roots-Gebläse braucht regelmäßige Wartung; Spaltmaße im Werkstatthandbuch.
Getriebe und Antrieb:
- Synchronring-Verschleiß im 5-Gang-Getriebe vor allem bei den größeren Modellen R 27/R 28. Schaltbarkeit zwischen 2. und 3. Gang prüfen.
- Differenzial-Sperre: Bedienelement sollte sauber einrasten. Bei Dauereinsatz auf Acker oft verschlissen.
Hydraulik:
- Die Bedienungsanleitungen für die hydraulischen Anlagen (HB 90 für R 12-R 45, HB 91 für R 16-R 45 III B, HB 92 für die Combitrac-Familie) sind hier unverzichtbar — die Anlagen unterscheiden sich stärker als die Modellnummern vermuten lassen.
Karosserie und Blech:
- Rundhauber-Modelle haben oft an den Kotflügel-Übergängen Rost durch jahrzehntelange Wassereintrag.
- Tankunterseite und Werkzeugkasten sind bei vielen erhaltenen Maschinen Sanierungs-Kandidaten.
Elektrik:
- 6-V-Anlage Standard bei den frühen Modellen (R 12, R 16, R 19, R 22 frühe Bauzeit). Ab späteren 1950ern teilweise Umbau auf 12 V.
- Schaltpläne stehen in den jeweiligen Bedienungsanleitungen oder werden in Zubehör-Schaltplänen verkauft.
Komplette Hanomag-R-Literatur auf einen Blick
Hier alle im Shop verfügbaren Werke zur R-Baureihe und Combitrac-Familie, sortiert nach Werks-Typ. Bei Fragen zur Modell-Zuordnung hilft die Marken-Übersicht Hanomag oder eine kurze E-Mail an den Shop.
Werkstatthandbücher
Bedienungsanleitungen Traktor
- R 12 / R 12 KB Betriebsanleitung (1956)
- R 16 Bedienungsanleitung
- R 19 Bedienungsanleitung
- R 24 Betriebsanleitung (1955, 90 S.)
- R 27 Betriebsanleitung
Bedienungsanleitungen Hydraulik
- Hydraulik R 12-R 45 (KD 040)
- Hydraulik R 16-R 19-R 27-R 35-R 45 III B (DIN A4-Variante)
- Hydraulik R 217 / R 324 / R 435 + R 16-R 45 (48 S.)
Combitrac-Bedienungsanleitungen
- C 112 (76 S. DIN A4)
- C 218 Tragschlepper
- C 220 / C 224 Tragschlepper
- R 324 S / R 327 (76 S. A4)
- R 435
Ersatzteillisten R-Klassik
Ersatzteillisten Combitrac
- R 217 Combitrac (243 S.)
- R 324 E / R 324 S Combitrac
- R 435 Combitrac (397 S.)
- C 218 Combitrac
- C 218 / C 220 / C 224 Mähwerk
Insgesamt 30+ Hanomag-R-Werke im Shop — Werkstatthandbücher, Bedienungsanleitungen für Traktor und Hydraulik, Ersatzteilkataloge mit Explosionszeichnungen. Die meisten als Original-Nachdrucke im DIN-A4- oder DIN-A5-Format.
Häufige Fragen zur Hanomag R-Baureihe
F1: Was ist der Unterschied zwischen R-Klassik und Combitrac?
Die R-Klassik (1949–1957) bezeichnet die ursprünglichen „Rundhauber"-Modelle mit zweistelligen Nummern wie R 12, R 16, R 27 oder R 45. Die Combitrac-Familie (1957–1962) modernisierte die gleichen Motoren in einer rundlicheren Karosserie und vergab dreistellige Nummern: R 217 (modernisierter R 16), R 324 (R 27), R 435 (R 35). Das Combitrac-System ergänzte einheitliche Anbaugeräte (Pflug, Mähwerk, Frontlader) durch alle Modellgrößen hinweg.
F2: Welcher Hanomag R ist heute besonders beliebt bei Sammlern?
Häufig genannt werden der R 12 („Ackermoped"), der R 24 („Düsenjäger") und der R 35/45 mit Roots-Gebläse — alle wegen ihrer charakteristischen Geräusch- und Leistungs-Eigenarten. Im aktiven Arbeitseinsatz auf kleinen Höfen sind R 16, R 19 und R 22 immer noch gefragt, weil ihre Vorkammer-Diesel sparsam und einfach zu warten sind.
F3: Was bedeuten die Buchstaben hinter der Modellnummer (A, B, C, S, RC)?
Die Buchstaben kennzeichnen Karosserie- oder Spurweiten-Varianten. Beim R 16 zum Beispiel: A = Allzweck-Auslegung mit breiterer Spurweite für Hackfrucht-Reihen, B = Standard-Bauweise. Beim R 25 beziehen sich C/D auf unterschiedliche Bauphasen (Motor-Generation). „S" steht oft für „Schnellläufer" (höhere Endgeschwindigkeit) oder „Spätversion" mit höherer Drehzahl, „RC" für „Row Crop" (Reihenkultur). Die genaue Zuordnung pro Modell steht in der jeweiligen Bedienungsanleitung.
F4: Mein R 19 hat einen Zweitakt-Motor — kann das stimmen?
Vermutlich nicht. Der reguläre R 19 hat laut Wikibooks-Traktorenlexikon einen Zweizylinder-Viertakt-Diesel. Bei einigen R-12-, R-18- und R-24-Modellen sind dagegen Zweitakter verbaut. Wenn dein R 19 wirklich ein Zweitakt-Motor zeigt, lohnt ein Blick in den Fahrzeugbrief und das Typenschild — möglicherweise wurde der Motor in der Vergangenheit getauscht.
F5: Welches Werkstatthandbuch deckt R 25 oder R 28 ab?
Speziell für R 25 oder R 28 ist im Shop derzeit kein eigenes Werkstatthandbuch verfügbar. Beide Modelle haben den D-28-Vierzylinder, der auch im R 35 verbaut ist — daher kann das Werkstatthandbuch für R 18-R 24-C 218-C 220-C 224 oder allgemeine Hanomag-D-28-Reparaturanleitungen (siehe Granit-Bereich) als Hilfsmittel dienen. Für ETK siehe direkte Links oben.
F6: Wo bekomme ich Hanomag-Ersatzteile?
Die wichtigsten Quellen sind der spezialisierte Hanomag-Service (Hans-Heinrich Munk), Brander Landtechnik in Bayern, und die Hanomag-IG-Vorglühen-Community (vorglueh-ig.de). Für nicht mehr lieferbare Kleinteile (z. B. Kunststoff-Abdeckungen, Armaturen-Knöpfe) gibt es 3D-Druck-Anbieter — bei eilbulldog.de bauen wir auf Anfrage Reproduktionen aus Originalnummern der Ersatzteilkataloge.
F7: Lohnt sich eine Hanomag-R-Restauration finanziell?
Ehrlich: meistens nein. Eine Restauration eines mittelgroßen R-Modells kostet bei Komplett-Sanierung 8.000–15.000 € (Lack, Motor, Hydraulik, Reifen). Der Wiederverkaufswert liegt bei den meisten Modellen darunter. Aber: Hanomag-R-Restaurationen sind klassische Liebhaberei — die Maschinen sind technisch reparabel, Ersatzteile sind besser verfügbar als bei vielen Konkurrenz-Marken, und die Community ist aktiv. Für viele Restaurer ist genau das der Wert.
F8: Welche PDF-Versionen sind verfügbar?
Die meisten Hanomag-Werke im Shop sind aktuell als gedruckte Original-Nachdrucke (DIN A4 oder A5) erhältlich. Eine PDF-Version ist für ausgewählte Werke in Vorbereitung — bei konkretem Bedarf gerne eine kurze Anfrage über das Kontaktformular schicken. Die Werke werden mit Wasserzeichen versehen (Social DRM, kein DRM-Lock).
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